Zusätzlicher Sicherheitsdienst am Strandbad in Mannheim-Neckarau?

Zusätzlicher Sicherheitsdienst am Strandbad in Mannheim-Neckarau?

Laut dem Förderverein des Strandbads im Mannheimer Stadtteil Neckarau halten sich viele Besucher nicht an die Regeln. Bald könnte eine zusätzliche Security beauftragt werden.

Mannheimer Morgen – 5.6.2026

Von  Sylvia Osthues

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Strandbad im Mannheimer Stadtteil Neckarau ist ein beliebter Freizeittreff.
  • Viele Besucher halten sich laut Förderverein Mastra nicht an die Regel, fahren auf der Promenade mit dem Fahrrad oder lassen Hunde frei laufen – was beides während der Saison im Sommer verboten ist.
  • Die Stadt Mannheim prüft nun, neben Polizei und Ordnungsdienst eine zusätzliche Security am Strandbad einzusetzen.

Neckarau. Die Temperaturen bleiben weiterhin sehr sommerlich. Für viele in Mannheim heißt es jetzt: Ab in das Strandbad! Doch beim Picknicken, Lesen, Sonnenbaden, Erholen und Spielen gibt es einige Regeln zu beachten, damit alle gut entspannen können. Auch dieses Jahr weist die Stadt auf die hier geltenden Strandbad-Regelungen hin. Nach der Strandbadeverordnung sind beispielsweise Fahrräder und Hunde während der Saison vom 15. März bis zum 15. Oktober im gesamten Strandbadbereich nicht gestattet.

Darauf weisen große Schilder am Eingang zum Strandbad, aber auch innerhalb des Geländes sowie Piktogramme auf der Promenade hin. Doch nicht alle Gäste halten sich daran. Im Rathaus wird deswegen überlegt, neben Polizei und Ordnungsdienst eine zusätzliche Security am Strandbad einzusetzen, wie Adnan Werning vom zuständigen Dezernat des Bürgermeisters Ralf Eisenhauser (SPD) dieser Redaktion mitteilte.

„Leider ist festzustellen, dass die gegenseitige Rücksichtnahme in der Gesellschaft insgesamt abnimmt, was sich auch im Bereich des Strandbades bemerkbar macht.“

Adnan Werning Stadtverwaltung Mannheim

Der Vorstand vom Förderverein Mannheimer Strandbad MASTRA e. V., der sich für das Wohl des Strandbads einsetzt, kennt die Probleme des Strandbads seit Jahren. Zwar gibt es seit 2020 eine Verordnung für den Innenbereich des städtischen Strandbereichs, es würden aber keine Kontrollen stattfinden und Verstöße gegen die Strandbadverordnung von städtischer Seite nicht geahndet werden.

„Dies führt dazu, dass immer mehr Leute die Regeln nicht einhalten – besonders das Verbot von Hunden und Fahrrädern wird ignoriert“, bemängelte die Vorsitzende, Gisela Korn-Pernikas. Bei vielen Besuchern mit Fahrrädern herrsche zudem die Vorstellung, dass diese auf das Gelände mitgenommen werden dürfen. Die Möglichkeiten, Räder sicher vor dem Gelände abzustellen, seien aber reichlich vorhanden – auch ein sicheres Abschließen an zahlreichen Abstellbügeln sei gewährleistet. „Das Radfahren auf der Promenade ist vor allem im Hinblick auf die Sicherheit der dort spielenden Kinder gefährlich“, sagte die Vorsitzende.

Gefahren durch Fahrräder und freilaufende Hunde

Ihr Stellvertreter, Jürgen Wallenwein, kritisierte vor allem Zweiradfahrer, die dicht an den voll besetzten Tischen auf der Terrasse des Strandbadcafés „Oro“ am Campingplatz vorbeifahren: „Gäste mit Getränken und Speisen auf Tabletts, springende Kinder, die auf das Kiesbett laufen wollen, sind da sehr gefährdet“, meinte er. Schatzmeisterin Daniele Schild gab weiter zu bedenken: „Die Fahrräder werden ja auch immer schneller.“

Nach der Strandbadeverordnung sind Fahrräder während der Saison vom 15. März bis zum 15. Oktober im gesamten Strandbadbereich nicht gestattet. © Sylvia Osthues

Zum Hundeverbot auf dem Gelände meinten die Vorstandsmitglieder, dabei gehe es noch nicht einmal um deren Hinterlassenschaften. „Die Erholung ist häufig heftig getrübt, wenn viele Hunde mit oder ohne Leine auf dem Gelände herumspringen und bellen“, berichtete die Vorsitzende. Auch hier – wie oft schon beobachtet – sei die Sicherheit von Kindern nicht gewährleistet. Sie hätten es leider schon häufiger erlebt, dass Hunde auf spielende Kinder zugerannt und an ihnen hochgesprungen seien, wodurch die Kinder sehr erschrocken und verängstigt gewesen seien.

Respektlosigkeit am Strandbad nimmt zu

Auf ihren Hinweis „Das geht nicht“ werde häufig geantwortet: „Ist doch nichts passiert“ oder „Der macht nichts“. Wenn sie Menschen auf Verstöße anspreche, erhalte sie nicht selten die Antwort: „Was geht denn Sie das an?“ Auch Gäste, die sich bei Verstößen beim Verursacher beschwerten, würden teilweise übelst beschimpft. „Aggression und Respektlosigkeit nehmen zu“, bemängelte die Vorsitzende. Die städtische Aufsicht habe es inzwischen aufgegeben, Leute bei Verstößen zu ermahnen.

Wallenwein berichtete: „Im vergangenen Jahr ist ein städtischer Mitarbeiter sogar tätlich angegriffen worden.“ Die Vorstandsmitglieder kritisierten, sie hätten bei der Stadt in mehreren Gesprächen angemahnt, „dass am Strandbad ohne entsprechende Aufsicht ein rechtsfreier Raum entsteht“. Doch keine Stelle fühle sich zuständig.

Stadt Mannheim prüft zusätzliche Security am Strandbad

Dazu erklärte Adrian Werning vom Dezernat IV – Planung, Bauen, Verkehr, Sport: „Der Fachbereich Sport und Freizeit der Stadt Mannheim als Betreiber des Strandbadgeländes, der Fachbereich Sicherheit und Ordnung sowie die Polizei Mannheim stehen zur Situation am Strandbad in engem und kontinuierlichem Austausch.“ Dabei arbeiteten die beteiligten Stellen im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten eng zusammen, um Sicherheit und Ordnung am Strandbad zu gewährleisten.